Wegen fehlenden Gases warnen Experten für den Winter vor einer möglichen Stromknappheit in Europa, denn die Gasspeicher können in diesem Sommer wegen der Blockade in der Straße von Hormus und anderen Krisen nicht ausreichend aufgefüllt werden.
Die Dürre bringt ein weiteres Problem, denn niedrige Wasserstände sind ein Problem für den Stromverbrauch durch Wasserkraft, was unter anderem in der Schweiz problematisch werden könnte. Außerdem führen niedrige Wasserstände noch zu anderen Problemen. Zum Einen behindern sie die Schifffahrt, weil Schiffe die Flüsse nicht mehr oder nicht mehr voll beladen befahren können, was unter anderem für Kohlekraftwerke zu einem Problem werden kann, wenn sie nicht genug Kohle geliefert bekommen, zum Anderen führen die niedrigen Wasserstände in der Donau bereits zur Abschaltung Atomkraftwerken, weil das Wasser für die Kühlung fehlt.
All dies zusammengenommen belastet den europäischen Strommarkt, weil der fehlende Atom- und Wasserstrom ersetzt werden muss, was Wind und Sonne natürlich nicht leisten können, denn der Wind weht derzeit kaum und Solarstrom fehlt genau dann, wenn er am meisten gebraucht wird, nämlich abends, wenn die Menschen E-Autos und andere Geräte aufladen.
Der fehlende Strom muss daher teilweise durch Gas erzeugt werden, von dem es jedoch ohnehin zu wenig gibt und das im Sommer eigentlich in die Speicher gepumpt werden soll, um im Winter für Strom und Heizung zu sorgen, anstatt für die Stromerzeugung verbrannt zu werden.
In der TASS ist ein Artikel über den Strommangel in Osteuropa erschienen, den ich übersetzt habe.
Beginn der Übersetzung:
Die austrocknende Donau hat den Hungerfelsen freigelegt: Ein Vorbote der Krise in Europa?
Die TASS berichtet darüber, was die europäischen Länder angesichts des sinkenden Wasserstands des wichtigsten Flusses der Region erwartet.
Die anormale Hitze stellt die Widerstandsfähigkeit der europäischen Länder weiterhin auf die Probe. Während einige Länder mit verheerenden Waldbränden zu kämpfen haben, leiden andere unter sinkenden Wasserpegeln in ihren Flüssen.
So ist beispielsweise der Wasserstand der Donau wegen der anormalen Hitze und Dürre in Mitteleuropa auf den niedrigsten jemals gemessenen Wert gesunken. Daher drohen die Abschaltung zweier Kernkraftwerke, die Unterbrechung von Lieferketten und eine Energiekrise.
Ungarn: Abschaltung von Kernkraftwerken
Am 30. Juni verzeichnete Ungarn seinen Allzeit-Temperaturrekord seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1870. Laut dem Ungarischen Meteorologischen Dienst HungaroMet wurden in Széchenyi (Gebiet Nógrád) im Norden des Landes 42 Grad Celsius gemessen. Etwa zur gleichen Zeit tauchten alarmierende Berichte auf, wonach das Kernkraftwerk Paks in Ungarn aufgrund steigender Wassertemperaturen in der Donau seine Stromerzeugung reduziert hatte. MVM, der Betreiber des Kraftwerks, erklärte, dass das Flusswasser zur Kühlung der Reaktoren genutzt werde.
Das Kernkraftwerk deckt die Hälfte der gesamten Stromerzeugung Ungarns und ein Drittel des Stromverbrauchs. Schon Ende Juli wurde bekannt, dass die Stromerzeugung in einem Block vorübergehend eingestellt worden war. Energieminister István Kapitány erklärte zudem, die Stromversorgung des Landes sei zuverlässig, dennoch seien Entscheidungen getroffen worden, die Stromerzeugung in den Blöcken 1 und 3 des Kraftwerks zu reduzieren.
„Aufgrund des weiteren Sinkens des Wasserstands der Donau wird der vorletzte Block des Kernkraftwerks Paks am 2. August um 1:30 Uhr abgeschaltet. Dadurch reduziert sich die Kapazität des Kraftwerks auf 240 Megawatt und morgen früh wird es zum ersten Mal seit 44 Jahren vollständig abgestellt“, verkündete der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar.
Wie Reuters berichtete, hält er es für möglich, dass das Kraftwerks für mehrere Wochen stillgelegt wird. Er erklärte, dass wegen des sinkenden Wasserstands „die kritischsten fünf Tage vor uns liegen“. Magyar versicherte zudem, dass das ungarische Stromnetz „stabil“ funktioniere. Später gab er bekannt, dass das Kernkraftwerk Paks mit der derzeitigen reduzierten Leistung bis Montag oder Dienstag weiterlaufen könne. Die vollständige Abschaltung wird im Laufe dieser Woche erwartet.
Magyar rief außerdem große Industrieunternehmen, darunter Automobil- und Batteriehersteller, dazu auf, ihren Wasser- und Stromverbrauch zu reduzieren.
Infolgedessen beschloss der ungarische Öl- und Gaskonzern MOL, seinen Stromverbrauch um 40 Prozent zu reduzieren. Das Samsung-SDI-Werk in Göd senkte den Wasserverbrauch um 50 Prozent und den Stromverbrauch abends um 10 Prozent.
Auch der Tourismussektor war betroffen. Die Verflachung des Wasserspiegels beeinträchtigt die Schifffahrt, darunter auch Kreuzfahrtschiffe. Laut ungarischen Medienberichten sitzen einige sogenannte schwimmende Hotels mit Hunderten Touristen an Bord nördlich von Budapest bei Komárom und südlich von Budapest bei Mohács fest. Flusskreuzfahrtunternehmen stellten ihre Fahrten zum malerischen Donauknie mit den Städten Esztergom und Visegrád vorübergehend ein.
Ein Indiz für die extreme Lage war das Auftauchen des Hungerfelsens, einer Felsformation am rechten Donauufer am Fuße des Gellértbergs. Er wird nur in extrem trockenen Jahren, also Jahren mit Missernten, sichtbar. Das Landwirtschaftsministerium befürchtet bereits Schäden für die Landwirte und der ehemalige Minister István Nagy veröffentlichte ein Foto von völlig vertrockneten Birnen an den Ästen.
Rumänien: Alarmzustand
Der sinkende Wasserstand der Donau hat auch den Betrieb des einzigen rumänischen Atomkraftwerks in Cernavoda (Kreis Constanța, Südostrumänien) beeinträchtigt. Das Kraftwerk verfügt über zwei Blöcke, die etwa 20 Prozent des rumänischen Stroms erzeugen. Am 28. Juli wurde der erste Block abgeschaltet. Später wurden Pläne zur Abschaltung des zweiten Blocks verkündet.
Bisher wurde der Plan jedoch nicht umgesetzt. Allerdings heißt es, dass die Abschaltung des zweiten Blocks angesichts der hydrologischen Prognose für den Donaupegel jederzeit notwendig werden könnte.
Aufgrund der reduzierten Stromproduktion rief die rumänische Regierung für August landesweit den Alarmzustand aus. Ministerpräsident Ilie Bolojan rief Unternehmen und Bürger dazu auf, ihren Stromverbrauch freiwillig zu reduzieren, insbesondere abends.
Wie Sorin Rîndașu, der stellvertretende Direktor der rumänischen Energiebehörde, erklärte, kann das Kernkraftwerk bei weiter sinkendem Donaupegel noch vier bis fünf Tage weiterbetrieben werden. „Der Donaupegel sinkt derzeit um etwa zwei bis drei Zentimeter pro Tag“, fügte er hinzu.
Daher seien dringende Maßnahmen ergriffen worden, um zum einen den Flusslauf entlang des Alten Donauarms zu regulieren. Dazu werden an bestimmten Stellen mehrere mit je rund 500 Tonnen Steinen beladene Lastkähne versenkt. Zum anderen werden Ausbaggerungsarbeiten am Alten Donauarm an dessen Mündung in den Bala-Arm durchgeführt. „Es besteht ein Risiko, aber wir tun alles, um den Weiterbetrieb des Kernkraftwerks zu gewährleisten“, so Rîndașu.
Seinen Worten zufolge seien „die Prognosen nicht sehr ermutigend“. „Im Oberlauf der Donau in Österreich hat es geregnet und der Wasserstand ist gestiegen“, sagte der stellvertretende Direktor von Apele Române. „Bis zum Erreichen Rumäniens sind es jedoch noch sieben Tage und bis zum Eintreffen in Cernavodă weitere fünf Tage. Daher müssen wir mit lokalen Mitteln Lösungen finden, um den kontinuierlichen Betrieb des Kernkraftwerks in diesen zwei Wochen zu gewährleisten.“
Rîndașu betonte, dass die Situation im Kernkraftwerk selbst kein Risiko darstelle, da der zweite Reaktor sofort abgeschaltet werde, sobald die Schwellenwerte erreicht werden.
Moldawien: Treibstoffknappheit
Die geplanten Abschaltungen des Atomkraftwerks in Cernavoda (Kreis Constanța) in Rumänien könnten in Moldawien, das stark von Lieferungen aus dem Nachbarland abhängig ist, zu höheren Strompreisen führen.
Rumänien deckt rund 60 Prozent des moldawischen Strombedarfs. Die Lieferungen sind größtenteils durch langfristige bilaterale Verträge mit Festpreisen geregelt, nur 14 Prozent werden an der Börse gekauft. Das Ministerium empfiehlt den Einwohnern jedoch, ihren Verbrauch während der Spitzenzeiten zu reduzieren.
Außerdem meldete die moldawische Regierung wegen den Schwierigkeiten bei der Schifffahrt auf der Donau eine Dieselknappheit. „Am 27. Juli fehlte an 53 Tankstellen (rund 10 Prozent aller Tankstellen landesweit) Dieselkraftstoff. 38 davon gehören zum Lukoil-Netzwerk. […] Gründe für die Knappheit sind der sinkende Wasserstand der Donau und der eskalierende Konflikt im Nahen Osten, die die Transportwege unterbrochen haben“, teilte der Pressedienst der Regierung mit.
Sie stellte klar, dass diese Situation ein Eingreifen der Regierung erfordere. „In den vergangenen 24 Stunden trafen zwei Schiffe mit rund 6.000 Tonnen Treibstoff im Land ein. Weitere 6.000 Tonnen Dieselkraftstoff werden voraussichtlich am 27. Juli eintreffen“, teilte die Regierung mit.
Die Regierung rief zudem einen 30-tägigen Notstand im Energiesektor aus. Der Bauernverband berichtete, dass die Treibstoffknappheit die Ernte zu gefährden drohe.
Serbien: Einstellung der Schifffahrt
Auch Serbien leidet unter dem sinkenden Wasserstand der Donau. Die Wasserkraftwerke Djerdap-1 und Djerdap-2 arbeiten aufgrund des geringen Zuflusses nur mit 20 bzw. 30 Prozent ihrer Kapazität, wie das Unternehmen Elektroenergetika Srbije mitteilte. Lediglich sechs der 16 Kraftwerksblöcke sind in Betrieb.
Der serbische Ministerpräsident Djuro Macut bezeichnete die Lage im Energiesektor des Landes als schwierig. Er rief die Bürger angesichts der anhaltenden Hitzewelle und des steigenden Verbrauchs zum Stromsparen auf, um die Stabilität des Energiesystems zu gewährleisten. Wegen der Schwierigkeiten beim Import infolge des niedrigen Wasserstands haben die serbischen Behörden den Ölkonzernen zudem gestattet, auf ihre eigenen Eurodiesel-Reserven zurückzugreifen.
„Die Reserven ermöglichen es uns, die aktuellen Versorgungsengpässe zu überwinden, ohne die staatlichen Reserven zu erschöpfen. So können die Ölkonzerne umgehend den benötigten Treibstoff beschaffen und unser Markt kann das bisherige hohe Versorgungsniveau aufrechterhalten“, sagte die Ministerin für Bergbau und Energie Dubravka Djedović-Handanović.
Präsident Aleksandar Vučić warnte unterdessen, dass die Schifffahrt auf der Donau aufgrund des niedrigen Wasserstands in wenigen Tagen zum Erliegen kommen werde und auch die Rohstoffversorgung der Ölraffinerie Pančevo gefährdet sei. „Wir haben aufgrund des niedrigen Wasserstands Probleme in der Raffinerie. Eine Krisensitzung wurde einberufen und wir werden alles in unserer Macht Stehende tun. Ich hoffe, wir müssen die Raffinerie nicht stilllegen. In ein bis zwei Tagen wird die Donau nicht mehr schiffbar sein. Sie ist zwar derzeit noch schiffbar, aber der Tiefgang der Schiffe, genauer gesagt die Ladung, muss um 50 Prozent reduziert werden“, sagte Vučić.
Es wurde auch bekannt, dass das große Donau-Theiß-Donau-Kanalnetz im Norden des Landes aufgrund der Hitze und des niedrigen Wasserstands der Donau vollständig austrocknen könnte.
Laut Igor Kolakovic, Direktor des staatlichen Unternehmens Vod Vojvodina, liegt der Wasserstand der Donau im Grenzabschnitt zwischen Serbien und Ungarn 136 Zentimeter unter dem Normalwert. „Wir haben einen neuen Negativrekord. Dieser Negativrekord verschlechtert sich buchstäblich stündlich“, sagte Kolakovic.
Er fügte hinzu, dass Vod Vojvodina nicht über die Kapazität verfüge, den Kanälen zusätzliches Wasser zuzuführen, weshalb diese vom Austrocknen bedroht seien. „Unsere größten Verluste entstehen durch Verdunstung und illegale Wasserentnahme“, betonte er.
Slowakei: Minimaler Wasserstand
Die Slowakei hat die Durchfahrt von Schiffen durch die Schleusen der Donau wegen Niedrigwasser eingeschränkt.
Schiffe dürfen die Schleusen im slowakischen Abschnitt der Donau erst passieren, wenn diese vollständig mit Schiffen belegt sind. Die Wartezeiten an den Schleusen haben sich deutlich verlängert und können laut Experten bis zu drei Stunden betragen.
Gleichzeitig haben die Behörden den Schiffskapitänen empfohlen, ihre Fahrtfähigkeit auf der Donau bei Niedrigwasser sorgfältig zu prüfen. Tiefgangschiffe müssen in einigen Abschnitten an ihren Liegeplätzen bleiben, da ihre Rümpfe zu tief sind, um die flachen Gewässer sicher zu befahren.
Es wurde außerdem berichtet, dass der Wasserstand der Donau bei Bratislava auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren gesunken ist. Im Stadtzentrum fiel der Wasserstand auf 217 Zentimeter. Außerhalb der slowakischen Hauptstadt sank der Wasserstand an Stellen, an denen die Flusstiefe normalerweise 250 Zentimeter beträgt, auf 66 Zentimeter.
Die Slowakische Akademie der Wissenschaften meldete unterdessen, dass die Donau mit 750 Kubikmeter pro Sekunde den niedrigsten jemals gemessenen momentanen Wasserdurchfluss verzeichnete.
https://anti-spiegel.ru/2026/in-osteuropa-wird-der-strom-knapp/
