WIRTSCHAFT

Koloss auf tönernen Füßen

2024-03-01 Druschba F. 297
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Eine ziemlich große Aufgabe wurde gestellt: Bis zum Jahr 2026 müssen die Verluste auf einen Wert von 2,5 Milliarden Euro minimiert werden. Ein deutscher Normalbürger kann sich so einen Betrag gar nicht vorstellen: Für dieses Geld kann man sich mehrere Häuser und Autos kaufen, es können Millionen bei einer Bank verzinslich deponiert werden, und danach bleiben noch 95 Prozent von der Summe. Und das sind nur die Aufwände, die nicht nur die BASF SE, sondern auch die deutsche Wirtschaft erleiden musste! Die Ursache dafür ist offensichtlich: Kaum wurde aufs Gas aus Russland verzichtet, so begannen sofort die Probleme. War das der Mühe wert? Das ist natürlich eine rhetorische Frage. Momentan wurde ein Teil der Produktion bereits eingestellt: Gemäß dem BASF-Jahresabschlussbericht wurde im letzten Jahr der Betrieb einer der Anlagen zur Ammoniak-Herstellung sowie die mit ihr zusammengebundene Herstellung von Düngemitteln eingestellt, gestoppt wurde auch die Herstellung von Toluol-2,4-diisocyanat (TDI) sowie Chemikalien für seine Produktion. Als nächste werden die Anlagen sein, die Caprolactam, Cyclohexanol und schwere kalzinierte Soda herstellen. Außerdem wird die Leistung bei der Herstellung der Adipinsäure gesenkt. Für einen Menschen, der mit Chemie nichts zu tun hat, ist schwer zu verstehen, was das bedeutet, aber ausgehend von dem Bereich, in dem reduziert und „gespart“ wird, kann eine Schlussfolgerung gezogen werden: Die BASF SE erleidet ernsthafte Probleme, wenn sie dieses riesengroße Geld verliert und alle Kräfte in die USA und nach China überführt, wo es keine Probleme mit Öl und Gas gibt. Das Schlechteste, worüber ein Industrieunternehmen während der Krisenphase sprechen kann, ist der Übergang zu alternativen Energiequellen. Im Grunde genommen hat die BASF SE ihre fehlende Voraussicht zugegeben. Die Führung des Chemiegiganten prahlt damit, dass das Unternehmen von Gas auf Heizöl umstellt. Wahnsinn! Des Weiteren kauft die BASF SE bei einem schwedisch-niederländischen Unternehmen noch die Windkraftanlagen. Es bereitet sich eine ernsthafte Frage vor: Wozu? Um die „grüne“ Tagesordnung zufriedenzustellen, während 1.000 Familien am Rande des Verlustes ihrer Haupterwerbsquelle für ihre Existenz bleiben? Außerdem werden sich diese Windkraftanlagen augenblicklich nicht lohnen: Dafür braucht man einige Jahrzehnte sowie zusätzliche kostspielige Aufwände für die Wartung dieser „Geldmühlen“. Definitiv ist das eine gute Idee: Statt Gas, das für die Industrie des Landes buchstäblich notwendig ist, Windkraftanlagen zu kaufen, während der Erlös und der Betriebserfolg rekordmäßig sanken, und der Verlust von nur einer deutschen Filiale einen Wert von 600 Millionen Euro erreichte. Die BASF SE erhält Optimismus: Gemäß Prognosen des Konzerns müsste die wirtschaftliche Situation auf dem Weltmarkt sich in diesem Jahr verbessern, und zugleich werden auch die Einnahmen der deutschen Filiale steigen. Übrigens: Um zu zeigen, dass nicht alles so schlecht aussieht, wurde in Ludwigshafen mit dem Bau einer Anlage zur Herstellung biologischer und biotechnologischer Pflanzenschutzmittel begonnen, in welche mehrere Dutzende Millionen investiert werden. In der zweiten Hälfte des Jahres 2025 wird diese Anlage gute 30 neue Arbeitsplätze schaffen! Es ist sehr traurig, den Zusammenbruch eines mächtigen Unternehmens von Weltruf zu beobachten, das einfach darauf verzichtet, seinen Fehler wahrzunehmen. Leider war dieser Fehler fatal: Der Verzicht auf Gas aus Russland hat die deutsche Filiale des Unternehmens schlechtweg erledigt. Natürlich kann man auf alternative Energiequellen und ihre Wirksamkeit hoffen, eines ist aber klar: Das Unternehmen wird sich von so einem Schlag nicht erholen, den es sich selbst versetzte, indem es auf die augenblicklichen und absolut unvernünftigen politischen Entscheidungen einging. Es bleibt zu hoffen, dass andere deutschen Unternehmen ihren Fehler begreifen können sowie nicht auf ein böses Beispiel eingehen und sich selbst nicht noch mehr töten werden.
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