Die TASS hat eine Analyse der Rettungsaktion veröffentlicht, die die US-Streitkräfte im Iran durchgeführt haben, und ich habe die Analyse übersetzt.
Beginn der Übersetzung:
Ein desaströser Erfolg? Wie die USA im Iran nach abgeschossenen Piloten gesucht und Flugzeuge verloren haben
Die USA und Israel haben bei der Rettungsaktion für die Besatzung eines über dem Iran abgeschossenen F-15E-Kampfjets insgesamt zehn Flugzeuge verloren. Laut dem „Military Watch Magazine“ umfassen die Verluste drei Flugzeuge, vier Hubschrauber und drei schwere unbemannte Luftfahrzeuge. Die TASS berichtet über den Verlauf und die Ergebnisse der Such- und Rettungsaktion.
Wie alles begann
Am 3. April 2026 verbreitete das iranische Staatsfernsehen eine Erklärung des Generalstabs der iranischen Streitkräfte, in der der Abschuss eines US-Kampfjets über den zentralen Regionen der Islamischen Republik bestätigt wurde.
Das iranische Militär identifizierte das abgeschossene Flugzeug als einen F-35-Kampfjet der fünften Generation. Das amerikanische Nachrichtenportal Axios berichtete jedoch, dass die im iranischen Fernsehen gezeigten Trümmerteile zu einem zweisitzigen Überschall-Kampfjet vom Typ F-15E Strike Eagle gehörten und dass das US-Militär eine Such- und Rettungsaktion für die Besatzung eingeleitet habe.
Am selben Tag meldete die Nachrichtenagentur Tasnim, dass eine amerikanische Such- und Rettungsaktion mit UH-60 Black Hawk-Hubschraubern und einer C-130 Hercules gescheitert sei. Einer der Hubschrauber sei von iranischen Streitkräften beschossen worden und aus dem Suchgebiet geflohen. NourNews berichtete, dass die Islamischen Revolutionsgarden den Piloten lokalisiert und festgenommen hätten und sie behaupteten weiterhin, der abgeschossene Kampfjet sei eine F-35 gewesen und die zuvor veröffentlichten Aufnahmen des Schleudersitzes seien Desinformation. Das iranische Fernsehen berichtete später, es sei eine Belohnung für die Ergreifung des amerikanischen Piloten ausgesetzt worden.
Gleichzeitig berichtete die New York Times unter Berufung auf amerikanische Beamte vom Absturz des zweiten Kampfflugzeugs der US-Luftwaffe an diesem Tag, einer gepanzerten Unterschallmaschine vom Typ A-10 Warthog. Am folgenden Tag meldete NBC News, dass die Maschine, die sich auf dem Weg zur Unterstützung der Such- und Rettungsaktion befand, abgeschossen wurde. Der Pilot erreichte Kuwait und rettete sich mit dem Schleudersitz. Darüber hinaus beschossen iranische Streitkräfte zwei UH-60 Black Hawk-Hubschrauber, wobei amerikanische Besatzungsmitglieder leicht verletzt wurden.
Der Preis der Rettung
Am 3. April berichtete CBS News unter Berufung auf eigene Quellen, dass eines der Besatzungsmitglieder der abgeschossenen F-15E gerettet worden sei und dass die Suche nach dem zweiten Piloten andauere. Am 5. April verkündete Trump die Rettung des zweiten Piloten, eines Obersts.
Später berichtete NBC News über eine Desinformationskampagne der CIA: Noch bevor der zweite Pilot gefunden wurde, hatte die CIA falsche Informationen über seine Rettung an die Medien durchgesickert. Diese Indiskretionen sollten die iranischen Streitkräfte, die nach dem abgeschossenen Luftraumverletzer suchten, ablenken.
Reuters berichtete unter Berufung auf einen anonymen US-Beamten, dass zwei viermotorige MC-130-Turboprop-Spezialoperationsflugzeuge mit einem Team von etwa 100 Spezialkräften in ein abgelegenes Gebiet südlich der iranischen Hauptstadt entsandt wurden, um die Piloten zu retten. Die Flugzeuge hatten jedoch „technische Probleme und konnten nicht starten“.
Laut Reuters setzte das US-Militär leichtere Turboprop-Flugzeuge ein, die auch kleine Flugplätze nutzen können, um die Soldaten und geretteten Piloten zu evakuieren. Das US-Militär zerstörte zwei beschädigte MC-130 und vier Hubschrauber, um zu verhindern, dass diese samt ihrer sensiblen Ausrüstung in iranische Hände fielen.
Military Watch ergänzte die Verlustliste um zwei schwere US-amerikanische MQ-9 Reaper-Drohnen im Wert von bis zu 16 Millionen US-Dollar sowie eine Hermes 900 der israelischen Luftwaffe, die an der Operation beteiligt war. „Es gab weit verbreitete Spekulationen, dass sie durch iranische Angriffe zerstört wurden und die Behauptung des US-Militärs, sie zerstört zu haben, aus PR-Gründen erfunden war“, schrieb das Portal über alle verlorenen Flugzeuge.
Um die Besatzung der F-15E zu finden, hat die CIA nicht näher spezifizierte, einzigartige und geheime Ausrüstung eingesetzt, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf eine Quelle in der US-Regierung. Es wurde erklärte, dass die Suche nach mit dem Schleudersitz aus Flugzeugeb ausgestiegenen Piloten üblicherweise mithilfe des in ihren Sitzen installierten Peilsenders durchgeführt wird. In Fällen wie diesem arbeitet dieser jedoch mit Pausen, um die Ortung durch den Gegner zu erschweren.
Trump erklärte auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus am 6. April, an der Such- und Rettungsaktion seien 155 Flugzeuge beteiligt gewesen, darunter 64 Kampfflugzeuge, 48 Tankflugzeuge, 13 Rettungsflugzeuge und vier Bomber.
Fotos der geretteten Piloten wurden nicht veröffentlicht. Der Guardian berichtet, dass die beiden amerikanische, Politiker Opfer eines Betrugs wurden und ein KI-generiertes Bild eines angeblich geretteten Piloten, umringt von US-Soldaten, verbreitet hatten. Sie gehörten zu den 21.000 Nutzern sozialer Medien, die das gefälschte Bild geteilt haben.
Was könnte den Kampfjet abgeschossen haben?
Der Militärexperte und Oberst a. D. Viktor Litowkin nannte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur TASS die Luftverteidigungssysteme, die am Abschuss des amerikanischen Flugzeugs beteiligt gewesen sein könnten. Eines davon ist laut Litowkin das russische Luftverteidigungssystem Tor. 2005 wurde ein Vertrag über die Lieferung von 29 Tor-M1-Systemen und 1.200 Raketen an die Islamische Republik Iran geschlossen und 2007 erfüllt. „Da das System mobil und ortsunabhängig ist, können sie es überall stationieren. Mit einer Reichweite von etwa 20 bis 30 Kilometer hätte es die F-15 erreichen können“, so der Oberst a. D.
Laut Litowkin könnte auch ein tragbares Luftverteidigungssystem (MANPADS) den amerikanischen Kampfjet abgeschossen haben. Die iranischen Streitkräfte haben unter anderem die MANPADS Strela-3 und Igla-S im Dienst. „Sie haben zwar eine geringe Reichweite von bis zu 10 Kilometern, aber jemand mit einem solchen System auf der Schulter könnte problemlos eine F-15 abschießen“, meinte der Experte.
Litowkin äußerte zudem die Vermutung, dass der US-Kampfjet von einem verbliebenen russischen S-300PMU-Boden-Luft-Raketensystem getroffen worden sein könnte. „Dieses System, das eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern hat, hätte das Flugzeug abschießen können“, sagte er. 2016 bestätigte der Iran den Erhalt der ersten Lieferung von Boden-Luft-Raketen im Rahmen des Vertrags.
War die Operation erfolgreich?
Litowkin merkte an, dass der Erfolg der Such- und Rettungsaktion des US-Militärs davon abhängt, was man unter Erfolg versteht. „Wenn man die amerikanische Arroganz und Prahlerei bedenkt, dass sie die gesamte iranische Luftverteidigung, Luftwaffe und Marine zerstört hätten, und sich dann plötzlich zeigt, dass das Flugzeug dort abgeschossen wurde, dann spricht das natürlich nicht für einen Erfolg der Amerikaner“, sagte er. „Dass die Piloten gerettet wurden, war eine gute Leistung. Aber sie haben zwei schwere C-130-Transportflugzeuge, vier Hubschrauber, darunter zwei Kampfhubschrauber, und ein Dutzend Menschen verloren. Für die USA sind das erhebliche Verluste“, erklärte der Experte und bezeichnete die Operation als zweifelhaften Erfolg.
Bereits Ende März, vor dieser Rettungsaktion, berichtete das Wall Street Journal, dass die US-Luftwaffe etwa zehn Militärflugzeuge und über zehn Drohnen verloren hatte. Darunter waren drei F-15E Strike Eagles, sieben zerstörte oder beschädigte KC-135 Stratotanker-Tankflugzeuge, ein Boeing E-3 Sentry-Frühwarn- und Kontrollflugzeug sowie weitere Maschinen.
Im Zusammenhang mit der Such- und Rettungsaktion des US-Militärs, die mehrere Flugzeuge und Hubschrauber kostete, erinnerten Medien an eine ähnliche US-Operation, die Operation Eagle Claw. 1979, während des Sturzes der iranischen Monarchie und der Ausrufung der Islamischen Republik Iran, stürmte ein Mob, angeheizt durch Gerüchte, der abgesetzte Schah Mohammad Reza Pahlavi suche Asyl in den USA, das Gelände der US-Botschaft und nahm Geiseln. Nachdem Verhandlungen über deren Freilassung gescheitert waren, die diplomatischen Beziehungen abgebrochen und Sanktionen gegen den Iran verhängt wurden, beschlossen die USA, eine Operation zur Geiselbefreiung durchzuführen. Der Einsatz der Spezialeinheiten am 24. April 1980 scheiterte. Sie ließen mehrere Hubschrauber, modernste Ausrüstung und geheime Dokumente in der Wüste zurück und wurden mit Flugzeugen evakuiert.
Litowkin hält es jedoch für unangemessen, diese Operationen zu vergleichen. „Die Operation Eagle Claw erlitt eine vernichtende Niederlage“, sagte er. „Dort haben sie Soldaten per Hubschrauber abgesetzt. Der Hubschrauber stürzte ab, die Iraner fügten ihnen schwere Verluste zu, und sie entkamen der Operation nur knapp mit dem Leben. Die Geiseln in der amerikanischen Botschaft mussten noch über 400 Tage durchhalten.“
„Das war eine Demütigung für die USA, die sie bis heute nicht vergessen haben. Daher ist der US-Angriff auf den Iran meiner Meinung nach nicht nur ein Versuch, Israel zu unterstützen. Er ist auch ein Rachefeldzug für die Demütigung von 1979/80“, schloss der Experte.
https://anti-spiegel.ru/2026/die-verlustreiche-rettung-abgeschossener-us-piloten-im-iran/
