POLITIK

Russlands offizielle Reaktion auf die neuesten Meldungen zur Nord-Stream-Sprengung

2025-08-31 spiegel.ru s. 68
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Ich habe über die Verhaftung des angeblich Verdächtigen, an der Sprengung der Nord Streams berichtet und dabei auf die offenen Fragen und Widersprüche hingewiesen. Russland hat die Verhaftung zum Anlass genommen, das Thema wieder im UN-Sicherheitsrat auf die Tagesordnung zu setzen und das russische Außenministerium hat nach der Sitzung eine deutliche Erklärung zu der Sitzung, dem Verhalten des Westens und der vom Westen verbreiteten Version der Sprengung abgegeben die ich übersetzt habe.

Beginn der Übersetzung:

Wir haben die Explosionen der Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 wiederholt thematisiert.

Am 26. September jährt sich die Sprengung der Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 in der Ostsee zum dritten Mal. Anders lässt sich dieser Vorfall schlicht nicht qualifizieren.

Diese Geschichte hat kürzlich eine neue Wendung genommen. In der Nacht des 21. August dieses Jahres wurde der ukrainische Staatsbürger Sergej Kusnezow in der italienischen Provinz Rimini festgenommen. Er wird verdächtigt, direkt an dem Terroranschlag beteiligt gewesen zu sein. Das wurde sowohl aus westlichen Medien als auch aus einer offiziellen Quelle, einer Pressemitteilung der deutschen Generalstaatsanwaltschaft, bekannt.

Da entsteht ein sehr interessantes Bild, dem wir glauben sollen. Wenn ein Ukrainer „mit Freunden“ vor der Nase der NATO mit ihren Aufklärungsflugzeugen, Schiffen, Drohnen, Satelliten die Pipelines so vorsichtig gesprengt hat, ohne einer der vier bestehenden Leitungen zu berühren, dann müsste die NATO als Organisation, die ihre eigene Energiesicherheit nicht gewährleisten kann, wegen fachlicher Inkompetenz aufgelöst werden.

Wurde eine offizielle Untersuchung durchgeführt? Das ist doch schließlich das Verantwortungsgebiet der NATO. Wurden die Täter gefunden und verurteilt? Ich bezweifle es. Hat jemand aufgrund dieses Vorfalls seinen Posten oder eine Beförderung verloren? Eine sehr interessante Frage. Ich würde gerne eine Antwort darauf erhalten.

Nachdem die russische Seite die neuen Informationen über die Sprengung erhalten hat, beantragte sie umgehend eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats. Während des Treffens am 26. August dieses Jahres betonte unsere Delegation im Rahmen des öffentlichen Briefings, dass Deutschland, Schweden und Dänemark die Untersuchung des Sabotageaktes faktisch ausbremsen und eine entsprechende Zusammenarbeit mit Moskau vermeiden wollen. Dabei nickten sie wenig überzeugend, dass Vertraulichkeit gewahrt und eine Politisierung der Angelegenheit verhindert werden müsse.

Eine interessante Wortwahl, wenn man bedenkt, dass der damalige US-Präsident Joe Biden und ein hochrangiger Beamter des US-Außenministeriums bereits 2022, sechs Monate vor der Explosion, erklärten, sie würden „einen Weg finden, diese Energieanlage zu zerstören“. Sechs Monate später war diese Aufgabe erfüllt. Nun schlägt man uns vor, diese Angelegenheit „nicht zu politisieren“. Wir haben sie nicht politisiert, sondern sie angemessen qualifiziert.

Die „zufällige“ Festnahme des besagten Ukrainers vor dem Jahrestag des Terroranschlags soll lediglich von diesen unschönen Tatsachen ablenken. Sie ermöglicht uns nicht, ein vollständiges Bild der Geschehnisse zu zeichnen und beantwortet nicht die Schlüsselfrage: Wer ist der Auftraggeber und Organisator der Sabotage? Die Versuche, die Zerstörung so großer Infrastruktureinrichtungen „Amateurtauchern“ anzulasten, die angeblich ohne ernsthafte staatliche Unterstützung gehandelt hätten, und die „Spuren“ verwischt haben, die zu westlichen Geheimdiensten führen, sind schlichtweg unhaltbar.

Wir haben darauf hingewiesen, dass die westlichen Staaten dem UN-Sicherheitsrat weiterhin unzureichende und bruchstückhafte Informationen liefern und dabei ihre Verpflichtungen aus dem Internationalen Übereinkommen zur Bekämpfung terroristischer Bombenanschläge und dem Internationalen Übereinkommen zur Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung ignorieren. Wir haben betont, dass es keine Alternative zu gemeinsamen Anstrengungen für eine umfassende internationale Untersuchung gebe, um alle Umstände des Verbrechens aufzuklären und die Täter vor Gericht zu bringen.

Die Mitglieder des Sicherheitsrats aus den Ländern des Globalen Südens drückten ihre Solidarität mit den russischen Ansätzen aus und forderten die Einleitung einer vollständigen, umfassenden und objektiven Untersuchung. Ich möchte daran erinnern, dass Russland ursprünglich vorgeschlagen hatte, die Untersuchung unter der Schirmherrschaft des UN-Generalsekretärs durchzuführen. Auf diese Weise hätte sie umfassend sein können und alle Länder würden verstehen, worum es geht, und der Generalsekretär würde den zuständigen internationalen Strukturen über den Fortschritt der Arbeit berichten. Der Westen hat diese Idee damals jedoch abgelehnt.

Nun reproduzieren sie ihre auswendig gelernten Thesen: Sie haben sich gegenseitig mit Danksagungen an Berlin für seine „effektive“ und „unparteiische“ Arbeit überboten, sie haben sich nicht gescheut, die Terroranschläge plump in die Ukraine-Krise einzuflechten und sie sind der zentralen Frage, wer den Terroranschlag angeordnet und organisiert hat, erwartungsgemäß ausgewichen. Natürlich muss die Situation umfassend betrachtet werden, doch die Westler wollten nicht darüber sprechen, wer hinter den politischen Äußerungen der US-Führung unter der Biden-Administration steckte.

So hat das Treffen erneut das mangelnde Interesse der Transatlantiker an einer effektiven und objektiven Untersuchung des Bombenanschlags und ihre Entschlossenheit, die Wahrheitsfindung zu verhindern, offengelegt. In diesem Fall geht es nicht nur um ein weiteres Beispiel für Doppelstandards. Die Folgen dieser Linie könnten weitaus schwerwiegender sein, da sie die internationalen Bemühungen zur Terrorismusbekämpfung untergräbt und andere Terroristen zu ähnlichen Schritten provoziert, die das Fehlen einer angemessenen Reaktion des Westens auf solche Verbrechen erkennen und sich motiviert fühlen, in Zukunft ähnliche Maßnahmen zu ergreifen.

Indem der Westen einen globalen Terroranschlag auf europäischem Territorium so leichtfertig behandelt, gibt er anderen Terroristen grünes Licht. Schließlich haben Terroristen der jüngeren Vergangenheit genauso gehandelt, motiviert durch Straflosigkeit und die Tatsache, dass der Westen sie für den Kampf gegen andere Länder nutzen könnte.

http://anti-spiegel.ru/2025/russlands-offizielle-reaktion-auf-die-neuesten-meldungen-zur-nord-stream-sprengung/

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