POLITIK

Scholz besucht Bamf - Mehr Tempo bei Entscheidung über Asyl angemahnt

2024-07-09 Berlin247 .. 13
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«Es muss so sein, dass wir da eine veränderte Praxis erreichen», sagte Scholz in Nürnberg. Er sei mit seinem Kollegen in mehreren Ländern Europas im «Dauergespräch». 

Zuvor hatten Mitarbeiter des Bundesamtes dem Kanzler ihre Unzufriedenheit mit der bisherigen Praxis zum Ausdruck gebracht. Einige Länder, darunter Italien, akzeptieren derzeit keine oder nur eine geringe Zahl von Flüchtlingen, zu deren Aufnahme sie aber nach dem Dublin-Abkommen verpflichtet wären. Der Dublin-Verordnung zufolge ist immer nur ein EU-Staat für die Prüfung und Abwicklung von Asylverfahren zuständig - in der Regel jenes Land, auf dessen Boden der Schutzsuchende zuerst europäischen Boden betreten hat. 

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) forderte eine härtere Gangart gegenüber Ländern wie Italien. «Seit Jahren weigert sich insbesondere Italien Asylbewerber zurückzunehmen, die im Dublin-Verfahren sind. Das ist ein dauerhafter eklatanter Verstoß gegen geltendes europäisches Recht», sagte er. Die Bundesregierung müsse die bestehenden Grenzkontrollen solange aufrecht erhalten, bis die EU-Außengrenzen nachhaltig gesichert sind und die Funktionsfähigkeit des Dublin-Systems nachhaltig verbessert sei. 

Scholz mahnte seinerseits mehr Tempo bei der Bearbeitung von Asylanträgen an. Dies sei entscheidend, auch für die Akzeptanz in der Bevölkerung. Eine entscheidende Frage sei die Ausstattung des Bundesamtes mit ausreichend Personal. Sowohl im zurückliegenden Bundeshaushalt als auch im neuen Haushalt sei dies berücksichtigt worden. 

Die Zahl der Asylanträge ist in Deutschland im laufenden Jahr wieder rückläufig, allerdings auf hohem Niveau. Von Januar bis Juni wurden 121.000 Anträge auf Asyl gestellt – knapp 20 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die meisten kamen aus Syrien, Afghanistan und der Türkei. 

Entschieden wurde in diesem Jahr bereits über 150.000 Anträge. Die Schutzquote lag bei 47 Prozent. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 351.000 Erstanträge gestellt. Die Personalstärke des Bundesamtes von derzeit 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist auf 230.000 Anträge ausgelegt. Im vergangenen Haushalt wurde bereits eine temporäre Aufstockung um 1.000 Personen bewilligt. Die Rekordzahl an Anträgen stammt infolge des Bürgerkriegs in Syrien aus dem Jahr 2016 mit 745.000. 
http://berlin247.net/read/1720505784/2633

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